Bern
Philosophische Cafés im Schlossturm
Wir diskutieren zentrale Fragen, die unser Leben und Handeln betreffen. Alle
Sucher, Frager und Zweifler sind herzlich willkommen!
21.5.2011 14-16 Uhr
Thomas Mastronardi Die Unvereinbarkeit der Ethiken – auf der Suche nach der
Lösung eines postmodernen Dilemmas
Menschliches Handeln ist nicht nur naturbestimmt – es ist (in bestimmten
Grenzen) frei. Doch wann ist es nützlich, sinnvoll, angemessen, gut? Was ist das
Gute, auf dem jede Ethik aufbaut? Welche Rolle spielen darin die Freiheit, das
Gerechte, die Liebe, die Toleranz, der Respekt und die Anerkennung des Andern? –
Die menschliche Freiheit bleibt ein Auftrag an uns, dies beständig zu fragen und
unser eigenes Handeln infrage zu stellen. Hinzu kommen muss heute aber auch die
Kritik an den anonymen Strukturen in Gesellschaft und Ökonomie, die die
menschliche Freiheit und die Verwirklichung des Guten behindern.
4.6.2011 14-16°°
Mike Roth Brauchen Sie ein Affektophon? – Nachdenkliche Träume der Vernunft
zur Verminderung des Leidens
Wir alle kennen am Leib getragene Telephone. Sie haben sich erst vor einigen
Jahren bei uns fast allgemein verbreitet. Der bisherige Platz der Armbanduhr ist
dadurch frei geworden. Hier könnte künftig ein neuer kleiner Apparat befestigt
sein. Er dient nicht dem Kontakt mit entfernteren Gesprächsteilnehmern, sondern
mit dem eigenen “Inneren”, mit unseren sich durch Hirnaktivität aufbauenden
Gefühlen. Das Affektophon am Handgelenk soll biofeedback ermöglichen, sozusagen
durch einen Anruf “bei uns selbst”. Wir streben nach einem glücklichen, “guten”
Leben. Das Affektophon soll helfen, selbstbewirktes Unglück abzuwenden.
Das Gedankenexperiment, das ich in meiner Einführung beleuchte, entstammt dem
Buch von Michael Hampe (2009) „Das vollkommene Leben”. Die Lektüre des Texts ist
nicht Voraussetzung für die Teilnahme.
25.6.2011 14-16°°
Susi Mani Der Macht und Gewalt auf der Spur
Nach wie vor dominieren „Macht” und „Gewalt” den Alltag. Die beiden „Phänomene”
treten auf mehreren Ebenen zu Tage, z.B. im familiären Umfeld, in der
Arbeitswelt oder in religiösen, politischen und/oder staatlichen Organisationen.
In einer Diskussionsrunde soll versucht werden, die Begriffe näher zu beleuchten
und anhand von Beispielen auf verschiedenen Ebenen zu betrachten. Können Macht
und Gewalt alleine auftreten oder hängen sie zusammen? Welche „Mechanismen”
stecken dahinter? Was bewegt Menschen dazu, „gewalttätig” zu werden, Macht
auszuüben? Wie gehen die Betroffenen damit um? Ist die Thematik ein „männliches”
Problem? In einem kurzen Vortrag werde ich die Diskussion einleiten auf der
Basis der Buches „Macht und Gewalt” von Hannah Arendt und verschiedenen
Schriften von Pierre Bourdieu, gesammelt in „Die verborgenen Mechanismen der
Macht”.
9.7.2011 14-16°°
Detlef Staude Mensch, Leben, Liebe, Freiheit – Was ist das Mass aller Dinge?
Der griechische Sophist und Philosoph Protagoras erklärte den Menschen zum Mass
aller Dinge: das, was Menschen wichtig ist, ist auch das, was zählt und sich
verwirklicht. Weder die Autorität von Göttern oder Herrschern, weder die
Sachzwänge der Technik noch die Verführungen von Dummheit oder Geld können sich
auf Dauer durchsetzen. Nur die jenem menschlichen Mass entsprechenden wahren
Bedürfnisse haben diese Kraft. Doch was sind die „Säulen” jenes menschlichen
Masses? Das Leben, die Liebe, die Freiheit, die Gerechtigkeit? Und wie entsteht
die Hoffnung auf Neues, das dem Menschen mehr entspricht als das Bestehende?
Als Text zur Vorbereitung ist die 20seitige Broschüre von Stéphane Hessel
„Empört Euch!” (Ullstein, 2011) geeignet.
Der Eintritt beträgt 20 Franken.
Organisiert vom Philosophenkomitee Thomas Mastronardi, Detlef Staude und Mike
Roth
Kontakt: Susanna Mani, Tel: 079 265 11 53
Altes Schloss Bümpliz
Bümplizstrasse 89, 3018 Bern
(5 Minuten von der S-Bahn Station Bümpliz Nord)